Lufthygiene und Lüftungsanlagen – wieviel Technik braucht es für ein gesundes Wohnklima?

Mi., 6.6.2018, 19:00 Uhr, Gasthof Kastenwirt, Lederergasse 6, 85567 Grafing b. München

Fachgespräch Energiewende der Energieagentur Ebersberg-München

Frische Luft in Wohnräumen ist ein Muss und wenn diese noch effizient und ohne Zugerscheinungen dem Raum zugeführt werden kann, dann ist wahrscheinlich eine Wohnraumlüftung im Spiel.

Mehr als zwei Drittel des Tages verbringen wir in geschlossenen Räumen. Wir fühlen uns wohl, wenn die Temperaturen angenehm sind, die Luft frisch ist und es gut riecht. Muss ich dazu eine Lüftungsanlage haben? Wie geht das zusammen mit Energiesparen?

Referent Markus Meyer, Geschäftsführer von Airoptima aus Kaufbeuren, spannte in seinem Vortrag den Bogen von der Notwendigkeit des Energiesparens bis zur kontrollierten Lüftung als wesentlicher Bestandteil einer intelligenten Haustechnik. Dabei ging er auf Punkte wie Schadstoffbelastung und Luftdichtigkeit, aber auch Schimmelvermeidung sowie rechtliche und wirtschaftliche Aspekte ein.

Eindrucksvoll zeigte Meyer, der bereits für die Lüftingstechnik von mehr als 2000 Niedrigstenergie- und Passivhäusern verantwortlich gezeichnet hatte, welche Bedeutung gesunde Luft für unser Wohlfühlen hat, aber auch, wie es um die Qualität der Raumluft in bewohnten und intensiv genutzten Räumen ausschaut. Messungen in Schlafräumen über eine Nacht oder in Klassenräumen über einen Vormittag belegen: Der CO2-Gehalt steigt massiv an und beeinträchtigt unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit.
In der Vergangenheit war ein Luftwechsel über undichte Fenster gewährleistet, Küche und Wohnraum wurden geheizt, Schimmel trat vor allem in den ungeheizten Räumen auf, Allergien wurden nicht oder selten thematisiert.
Im Laufe der Zeit wurden die Fenster dichter, die Wärme wurde immer häufiger über eine Zentralheizung gestellt und die Raumtemperatur über Fenster reguliert. Heute fordert die Energieeinsparverordnung, dass Gebäude dauerhaft luftundurchlässig abgedichtet sind. Der "zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel" muss sichergestellt werden.
Doch geht es nicht nur darum, den CO2-Gehalt zu senken. Auch eine Vielzahl von Schadstoffen, Allergenen, Gerüchen, Sporen und Bakterien belasten das Raumklima. Und schließlich geht es auch um Vermeidung von Feuchteschäden, denn Wasserdampf wird in bewohnten Räumen ständig in großen Mengen produziert. Um den erforderlichen Luftaustausch zu schaffen, müsste alle 2 Stunden für 4 bis 6 Minuten im Winter, im Sommer gar für 25 bis 30 Minuten gelüftet werden - Anforderungen, die in der Realität  wohl kaum einzuhalten sind.
Hier kommen nun dezentrale oder zentrale Lüftungsanlagen ins Spiel. Eine Vielzahl der Anlagen am Markt können  im "House of Energy" in Kaufbeuren nicht nur besichtigt, sondern auch "probegehört" werden. Meyer ging in seinen Ausführungen auf die Besonderheiten der verschiedenen Bauweisen und Modelle ein und zeigte Stärken und Schwachpunkte der verschiedenen Lösungen auf.
"Wichtig ist eine fachlich richtige und an die Gegebenheiten abgestimmte Planung und der fachgerechte Einbau", so Meyer, "dann wird niemand mehr auf seine Komfortlüftung verzichten mögen!"
Der Gewinn ist nicht nur ein allzeit gesundes  Innenraumklima, eine automatische Geruchsbeseitugung, auch wenn niemand zu Hause ist, sowie allergenarme Luft, sondern auch der Werterhalt der Immobilie und schlussendlich eine Energieersparnis von bis zu 50 Prozent!
Das Fazit des Abends, nach dem der Experte den sehr interessierten Besuchern noch Rede und Antwort stand: Ja, es braucht die richtige, gut geplante Technik für ein gesundes Wohnklima - von den vielen positiven Effekten profitieren Bewohner und der Klimaschutz!
 
Die Präsentation des Vortrages können Sie hier herunterladen.